Strategische Kompetenzen für erfolgreiche PatientInnen der Zukunft

Ausgehend vom letzten Punkt im Blog-Eintrag vom 26.4.13 hat sich das KHM-Zukunftsforum im Frühling 2014 Gedanken gemacht zu den notwendigen Kompetenzen für PatientInnen, die ums Jahr 2030 das Gesundheitssystem in der Schweiz erfolgreich nutzen können. Mit fünf Thesen werden die Ergebnisse heute in der Schweizerischen Ärztezeitung zur Diskussion gestellt.
Strategische Kompetenzen für erfolgreiche PatientInnen der Zukunft

KompetenzAtlas (competenzia.de) mit Markierungen für die strategischen Kompetenzen für PatientInnen (Farbcodierung siehe Text)

Health Literacy ist der internationale Begriff, mit dem den Menschen unter anderem die Entscheidungsfähigkeit als Betroffene im Gesundheitswesen ermöglicht werden soll. Kompetenzorientierung ist für das heutige Wirtschaftssystem der Schlüsselfaktor. Mit dem Instrument KODE®X wurden für die PatientInnen der Zukunft die Schlüsselkompetenzen für die erfolgreiche Nutzung des Gesundheitswesens im Jahre 2030 herauskristallisiert. Dazu entstand ein Papier mit folgenden 5 Thesen:

  1. Der/die PatientIn gehört ins Zentrum des Gesundheitswesens.
  2. PatientInnen können die eigenen Kompetenzen besser ausschöpfen, wenn sie Health Professionals auf Augenhöhe begegnen.
  3. Dem/der PatientIn soll mit einer neuen professionellen Haltung begegnet werden.
  4. Das Individuum soll Solidarität und Sensibilität für die Mitgestaltung von gesundheitsrelevanten politischen Prozessen entwickeln.
  5. Patientenkompetenzen beschreien die Selbstorganisationsdisposition von Menschen für die erfolgreiche Nutzung des Gesundheitssystems.

Selbstmanagement ist die wichtigste von 12 Schlüssel­kompetenzen (graue Dreiecke). Darüber hinaus wurden für akut Erkrankte (rot), chronisch Kranke (blau), PatientInnen mit seltener Erkankung (gelb) und potentielle PatientInnen (grün) je 4 differenzierende Schlüsselkompetenzen festgestellt. Bildungsangebote und Change Prozesse im Gesundheitswesen können sich an diesen erfolgversprechenden Faktoren orientieren.

Lesen Sie den Artikel in der heutigen Schweizerischen Ärztezeitung.

19.11.2014 09:16 Kommentar von Anonymous
Als Internist und Diabetologe habe ich mich während meiner dreissigjährigen Praxistätigkeit praktisch täglich mit der Frage der Patientenkompetenz beschäftigt,ausgehend von den problemorientierten Ansätzen in Diagnostik und Therapie in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der kritischen Hinterfragung der Therapeutic Patient Education und dem von Patientenseite an die Ärzte herangetragenen Konzept des Empowerment. Inzwischen ist die methodische patientenzentrierte Kompetenzentwicklung erfreulicherweise zu einemn zentralen Thema im Gesundheitswesen geworden.Erstaunlicher- und bedauerlicherweise hat aber noch kein Schulterschluss zwischen der rasch voranschreitenden Kompetenzentwicklung im Gesundheitswesen und derjenigen im Volksschulbereich stattgefunden. Hier toben gewaltige, in den Medien ausgetragene Richtungskämpfe zwischen verschiedenen Generationen von Pädagogen, die von politischen Gruppierungen im Interesse einer Links-Rechts-Kontroverse instrumentalisiert werden. Ein aktiver Dialog zwischen der mehrheitlich der Bereich der Erwachsenenbildung zugeordneten patientenzentrierten Kompetenzentwicklung in der Medizin und der Pädagogik in der Volksschule könnte helfen, die Richtungskämpfe in der Schule, die sich anhand des Lehrplans 21 entwickelt haben, zu entschärfen und die öffentliche Diskussion zu versachlichen. Wer macht den ersten Schritt?
Hans-Ulrich ISELIN
Präsident aargauischer Ärzteverband

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