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Zürcher Ressourcen Modell

ZRM®

«Man kann einen Birnbaum nicht mit der Peitsche antreiben, damit er vorzeitig Früchte trägt, oder den Weizen an den Wurzeln kitzeln, dass er schneller reift. Soll der Mensch um so vieles anders beschaffen sein? Ich glaube nicht. Auch in ihm wirkt ein ordnendes Gesetz ihm allein eigen und gemäss.»
Karl Heinrich Waggerl

 

Heckhausen und Gollwitzer haben Ende der achtziger Jahre ein motivationspsychologisches Prozessmodell für zielrealisierendes Handeln entwickelt: Das Rubikon-Modell. Es beschreibt die Reifungsstadien, die ein Wunsch durchlaufen muss, um aktiv in Handlung umgesetzt zu werden. Handlungskrisen entstehen häufig durch Motivkonflikte.

 

Woher stammen die Wünsche und Befürchtungen, die uns für Handlungen motivieren können? Grawe hat 1998 das Rubikon-Modell um eine vorgeschaltete Phase erweitert, in der ein unbewusster «Bedürfniskern» herausgeschält werden soll. Die Kunst besteht darin, sich schlussendlich Ziele zu setzen, die mit den wirklichen Bedürfnissen übereinstimmen.

 

Durch Rückmeldungen von anderen Personen entsteht eine Sammlung von Assoziationen zu einem Gegenstand, einem Bild oder auch nur einem Gedanken. Dadurch kann die Entwicklung eines Sinngehaltes aus einer vorsprachlichen Form in eine explizite, bewusste Form unterstützt werden. Das Verfahren beruht auf der konstruktivistischen Erkenntnistheorie. Die Ideen sollen also ausschliesslich reichhaltiges Material zur Verfügung stellen, aus der die aktuell gültige Interpretation von jedem selbst generiert wird. 

Dieses Verfahren kann sehr effektiv von ZRM-TrainerInnen in Gruppen angeleitet oder durch erfahrene ZRM-Coaches auch in Einzelsettings eingesetzt werden.

 

Basierend auf dem vorherigen Selbstreflexionsprozess und der Formulierung von ressourcenorientierten Wünschen entsteht in dieser Phase 2 ein Motto-Ziel, mit dem der Rubikon überschritten wird und zu einer Intention führt. Aus dem Abwägen und Wünschen wird ein klares Entschlossensein.

Motto-Ziele werden so formuliert, dass sie in hohem Masse handlungsleitende und handlungsstimulierende Qualitäten aufweisen. Im grossen Unterschied zu den meisten anderen Verfahren werden die Ziele nicht auf der unteren Ebene des Verhaltens (z.B. nach SMART) formuliert, sondern auf der oberen Haltungsebene (Felder 1+2). Sie sind motivational kraftvoller, weil sie mit stärkeren Gefühlen einhergehen und enger mit der eigenen Person, mit der eigenen Identität verbunden erlebt werden.

Es wird der Unterschied zwischen Haltungs- und Verhaltenszielen dargestellt

Kernkriterien


Motto-Ziele werden anhand von drei Kriterien überprüft, damit sie handlungswirksam werden können:
1. Ist es als Annäherungsziel formuliert?
2. Steht es 100% unter eigener Kontrolle?
3. Ist die Affektbilanz genügend?
Schon die Entwicklung eines Motto-Ziels ist höchst befriedigend und aufschlussreich. Dies darf seine Zeit in Anspruch nehmen!

 

Alles ist aufgegleist, nun geht es um den Transfer in den Alltag. Dafür stehen für drei Situationstypen besondere Massnahmen zur Verfügung:

Situationstypen A
Die Verwirklichung des Motto-Ziels ist einfach. Sie gelingt fast wie von selbst.

Situationstyp B
Die Verwirklichung des Motto-Ziels ist schwierig, jedoch vorhersehbar. Deshalb können wir uns darauf vorbereiten.

Situationstyp C
Die Verwirklichung des Motto-Ziels ist ebenfalls schwierig, ausserdem tritt die Situation überraschend auf.

Für die Überwindung von Handlungskrisen sind die B-Situationen die wichtigsten. Mit ihnen können neue Verhaltensmuster gelernt werden, sie sind das «Fitnessstudie für das neue neuronale Netz».