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02.02.2015 08:00 | Christoph A. Pfister | 2 Kommentare | Tags: Health Professionals, Feedback, Brücken, Team, Konflikt

Feedback-Beispiel: Ein offenes Wort unter Kollegen

Das Buchkapitel "Wie sage ich’s am wirksamsten? - Feedback als Brücke zwischen Health Professionals" enthält auch wahre Fallbeispiele, welche die AutorInnen hier anonym zur Diskussion stellen, damit sie und die LeserInnen daraus (interprofessionell) lernen können. Bitte beantworten Sie also die Fragen unten mit einem Kommentar. Sie können gerne auch ein weiteres Fallbeispiel beisteuern.

Als Oberarzt hat Dr. Neumann den Eindruck, dass sich die Teamkollegin Dr. Priska Wendelin bezüglich Arbeitseinsatz immer diskret aus der Schusslinie nimmt, wenn es darum geht, Notfall-Dienste zu übernehmen oder unliebsame administrative Zusatzarbeiten zu erledigen. Dr. Neumann hat den Eindruck, dass sich die Kollegin eigennützig um die Arbeit drückt, um mehr Freizeit zu haben.

Eine Tages platzt ihm der Kragen. Während einer Planungssitzung im Team verschafft er seinem Unmut mit folgenden Worten Gehör: Es ist ungerecht, dass ich ständig Arbeiten von Priska übernehmen muss, zumal diese jünger ist, weniger lange im Hause gearbeitet hat und oftmals einfach nicht präsent ist, niemand weiss warum! Frau Dr. Wendelin kontert ebenfalls gereizt, es sei sein Problem, wenn er sich als Lückenbüsser sehe. Sie halte nur das Arbeitsgesetz ein und wolle neben der Arbeit auch noch ein bisschen leben.

Fragen zur Reflexion:

Wie würden Sie an der Stelle von Dr. Neumann das Gespräch im oben geschilderten Kontext fortführen?

Wie hätten Sie ihr Unbehagen gegenüber der Kollegin kommuniziert?

Wie könnte Frau Dr. Wendelin auf die Anschuldigungen geschickter reagieren?

02.02.2015 08:34 Kommentar von Anonymous
Für Dr. Neumann als Senior mit offensichtlich anderen Wertvorstellungen ist eine weitere Diskussion in der Gruppe zu diesem Thema kaum zielführend. Es werden Fronten für oder gegen Frau Dr. Wendelin entstehen, das Team kann gespalten werden.
Mehr Erfolg verspricht da der Vorschlag eines weiteren Kollegen, sie sollten doch erstmal zu zweit in einem Gespräch versuchen, die Situation zu klären. Tatsächlich ist es so möglich auf die privaten Hintergründe einzugehen und es ist gar nicht so schwierig für Dr. Neumann Verständnis für die Beweggründe zu entwickeln. Aber auch Frau Dr. Wendelin erkennt, mit welch kleinen Beiträgen sie das Entgegenkommen der Kollegen etwas ausgleichen kann.
Im Sinne des Leitspruches „vorbeugen ist besser als heilen“, ist es für ein Team hilfreich, wenn die Mitglieder direkt miteinander kommunizieren und wunde Punkte frühzeitig offen und ehrlich ansprechen, bevor sich diese zu hässlichen Eiterbeulen entwickeln und bei unpassender Gelegenheit platzen. Eine solche offene Kommunikation mit Peer-Feedback ist eine Frage der Kultur und sollte auf allen Stufen vorgelebt und entsprechend geübt werden.
pfister
02.02.2015 08:55 Kommentar von pfister
Welche Kompetenzentwicklungsmassnahmen könnten genützt werden?

Herr Dr. Neumann zeichnet sich in dieser Situation aus durch Stärken bei den Kompetenzen Initiative und Pflichtgefühl. Er könnte weiterentwickeln:
• Teamfähigkeit: Ist bereit und in der Lage, in Gruppen / Teams zu arbeiten; akzeptiert andere Sichtweisen und Meinungen, ist konsensfähig und strebt auch bei Differenzen gemeinsame Lösungen an
• Verständnisbereitschaft: Besitzt Sensibilität und Offenheit, für andere Personen, deren Werte und Verhaltensweisen; kann anderen gut zuhören; fördert gegenseitiges Verstehen und schafft ein angstfreies Klima

Frau Dr. Wendelin zeichnet sich in dieser Situation aus durch Stärken bei den Kompetenzen Selbstmanagement und Schlagfertigkeit. Sie könnte weiterentwickeln:
• Zuverlässigkeit: Hat eine hohe Arbeitsdisziplin, ein starkes Pflichtgefühl und Aufgabenbewusstsein; unterstützt die Wahrung der Unternehmensinteressen durch eigenes wirtschaftliches Verhalten und hohe Loyalität.
• Hilfsbereitschaft: Vernachlässigt auch in Konkurrenz- und Wettbewerbssituationen nicht die Zusammenarbeit mit und die Hilfe für andere; hat bei der Hilfestellung für andere nicht nur das Gesamtergebnis des Unternehmens, der Arbeitsgruppe... im Blick, sondern auch deren Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung.
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